malta2002

Reisebericht Malta 16.-23.06.02

Mitte Juni 2002 besuchte ich meine Freundin Dagmar eine Woche auf Malta ( sie blieb insgesamt 6 Wochen dort und war auch schon sieben Mal dort ).
Nun, inzwischen kann ich ihre Malta-Sucht nachvollziehen. Es ist wirklich sehr, sehr schön dort und es gibt dort nicht nur Sonne und Meer, sondern auch jede Menge anzusehen und die Malteser sind sehr aufgeschlossen und kontaktfreudig. Man kommt sehr schnell mit ihnen ins Gespräch und hat sich dann ruckzuck irgendwo festgequatscht.
Ich fahre dort bestimmt nochmal hin, zumal ich noch längst nicht alles gesehen habe. Eine Woche ist für einen Malta-Urlaub viel zu kurz!
Als ich ankam, mußte ich erstmal eine Runde schlafen, da ich um 6:25 von Düsseldorf abgeflogen war und somit um 2:45 hatte aufstehen müssen. Danach fuhren wir zur Golden Bay, sonnten uns und ich schwamm ein bißchen.
Ich hatte zum ersten Mal das Vergnügen, mit einem maltesischen Bus zu fahren. Das ist schon ein besonderes Erlebnis! Die Busse sind zum größten Teil schon so betagt, daß sie bei uns höchstens noch in einem Museum zu finden wären. Hin und wieder findet man aber auch einen modernen Bus. In einem hing mal ein Schild, auf dem stand, daß er vor 5 Jahren aus England importiert worden sei. Da uns kurz zuvor jemand erzählt hatte, nach 5 Jahren im Land sei man automatisch maltesischer Staatsbürger, stellten wir fest, daß der Bus wohl dieses Jahr eingebürgert wurde.
Fast jeder Busfahrer hatte seine Fahrerkabine individuell gestaltet. Ein Madonnenbild oder -figur war meist obligatorisch. Nur bei einem fanden wir nichts dergleichen. Wir schlossen daraus, daß es sich um einen Atheisten handeln mußte. Darüber hinaus befanden sich dort meist Fotos von der Familie, Aufkleber, zum Beispiel von der favorisierten Fußballmannschaft, etc. Einer hatte einen Aufkleber befestigt, auf dem "No Fear" stand. Wir überlegten, ob dies Rückschlüsse auf seinen Fahrstil zuläßt und ob es sinnvoll sei, dort einzusteigen. Aber er fuhr recht zivil und nahm auch nicht am täglichen Busrennen teil. Die Regel für dieses Rennen besagt, daß ein Busfahrer, sobald er einem anderen Bus begegnet, versuchen muß, diesen zu überholen.
Auf der Rückfahrt lernten wir im Bus einen Perser kennen. Sein Name war Salaimani oder so ähnlich und wir gaben ihm daher den Spitznamen Salami. Wir kamen mit ihm ins Gespräch, da er Dagmars Busfahrplan sehen wollte. Als wir ihm aber einen persönlichen besorgen wollten ( damit er etwas Eigenes hat und nicht sein Jodeldiplom machen muß ) lehnte er ab. Wir vermuteten daher, daß es sich um eine von ihm bevorzugte Anbaggermethode handelt.
Abend waren wir noch kurz in Valletta und genossen den Blick von den Upper Baracca Gardens.
Danach gingen wir in ein Internetcafé, in dem die Computer nicht funktionierten.
Zurück im Hotel, wurden wir von Joe, einem der beiden Nacht-Rezeptionisten, in ein längeres Gespräch verwickelt. Dagmar erzählte ihm, daß sie insgesamt 6 Wochen auf Malta bliieb und für die letzten 4 Wochen noch eine preiswerte Unterkunft suchte. Joe riet ihr, mit Freya zu sprechen, der Rezeptionistin, die für die Reservierungen zuständig ist. Er würde sie aber schon informieren, und er sei sich sicher, daß sie ihr einen guten Preis machen könnte.
Wir sahen Freya am nächsten Tag und sie hatte sogar schon den Hoteldirektor informiert. Es klappte tatsächlich mit dem Sonderpreis. Danach fuhren wir nach Mdina, das auch die "stille Stadt" genannt wird. Und still war es dort auch tatsächlich ( obwohl WIR da waren ), keine hupenden Autos, überhaupt kaum Verkehr.... Nachdem wir es geschafft hatten, uns keine Kutschfahrt aufschwatzen zu lassen  - ein Kutscher war besonders dreist, redete stundenlang auf uns ein, aber schließlich kam eine ältere Dame des Weges und er sah wohl ein, daß diese eine Kutschfahrt nötiger hatte als wir - bummelten wir durch die stillen Gassen und ich wurde von Dagmars Fotosucht angesteckt. Mittags gönnten wir uns einen Eisbecher im La Fontanella Tea Garden. Danach machten wir uns auf nach Rabat, wo wir uns zunächst mit Postkarten eindeckten. Für meine Eltern kaufte ich eine Karte mit der Abbildung eines "Luzzu",eines bunten maltesischen Fischerbootes. Das mußte einfach sein, da mein Vater bei einem Malta-Urlaubauf das Holz eines Bootes geklopft hatte und daraufhin ein Fischer seinen Kopf herausstreckte und ihn fragend ansah. Ich malte einen Pfeil in Richtung des Bootes und schrieb darauf: "Bitte hier anklopfen". 
Danach besichtigen wir die Katakomben.
Abends waren wir im Pub "Times Square", direkt neben unserem Hotel, und wurden dort von zwei Typen aus Mali angequatscht. Sie wollten uns für einen der nächsten Tage zum Essen einladen, aber sie schienen etwas zu begeistert von uns zu sein, als daß wir uns darauf eingelassen hätten. Obwohl sie meinten, ihre Muttersprachen seien Arabisch und Englisch, verstanden sie kaum etwas von dem, was wir ihnen auf Englisch erzählten. Sehr merkwürdig.
Nach einem kurzen Gespräch mit dem zweiten Nachtrezeptionisten gingen wir dann auf unser Zimmer. Am nächsten Tag ging es zunächst wieder nach Valletta. Dagmar mußte ins Internetcafé und hatte auch sonst dort noch ein paar Dinge zu erledigen. Da wir in den Upper Baracca Gardens so viele halbverhungerte Katzen gesehen hatten, hatten wir beim Frühstück einige Scheiben Schinken eingesteckt und wollten ihn an die Katzen verfüttern. Aber kaum waren wir mit unserem Schinken in den Gärten angekommen, bog ein maltesisches Pärchen mit Riesenpaketen Katzenfutter um die Ecke. Sie meinten, sie kämen dort immer hin und fütterten die Katzen. Sie meinten, es sei auch ganz natürlich, daß meine Katzen dicker seien als die Straßenkatzen auf Malta. Wenn ein Mensch immer nur in der Wohnung sitzen würde -  so wie meine Katzen - würde er auch zunehmen. Uns fielen als Beispiel gleich unser Brieffreund Bernd sowie Tanjas Bruder ein, die diese Theorie bestätigten.
Zurück in Sliema, gingen wir an den Felsstrand gegenüber von unserem Hotel und erfrischten uns dort bei einem kühlen Bad und unterhielten und dabei mit einem Polizisten, dem ich an der Leiter - man stieg dort über Leitern ins tiefe Wasser - begegnet war.
Es wurde doch später als erwartet und wir mußten uns beeilen, um den letzten Bus nach Bugibba noch zu erwischen. Dort waren wir mit Salami verabredet und wollten vorher noch Carl von Dagmars Sammlung maltesischer Nachtrezeptionisten Hallo sagen. In Bugibba angekommen, ging es auch gleich ins Hotel Santana, wo dieser arbeitete. Nach einem längeren Gespräch mit Carl fiel uns Salami wieder ein, der vor dem Kino auf uns wartete, und wir machten uns auf den Weg, nicht ohne Carl einen erneuten Besuch für die frühen Morgenstunden anzukündigen.
Wir waren uns nicht sicher, ob wir den richtigen Weg eingeschlagen hatten, und so sprach Dagmar nach ca. 10 Minuten Fußweg einen Typen an, der im Halbdunkeln auf einer Mauer saß. " Können Sie uns bitte sagen, wie wir hier zum Kino kommen?" - "Nein", antwortete der Typ, und ich wollte mich gerade über diese Unhöflichkeit aufregen, da fügte er hinzu: "Wie geht's?" Dagmar guckte nochmal und erkannte ihn dann: Charlie, der Mann für alle Fälle und Disco-Dancer aus dem inzwischen abgerissenen Golden Sands Hotel. Er arbeitete jetzt in einer Fischfabrik und bot uns eine Mitfahrgelegenheit in seinem Transporter an. Endlich waren wir am Kino, aber zum Glück war Salami nicht verärgert, sondern wußte sich mit ein paar e-mails zu beschäftigen. Charlie meinte, er wisse, wo DJ Chris ( auch einer von Dagmars Bekannten aus dem Golden Sands ) jetzt auflegte und fuhr uns hin. Danach verabschiedete er sich,weil er bereits um 2 Uhr aufstehen mußte. Auch Chris staunte nicht schlecht über den unerwarteten Besuch und wir wurden als "special guests" begrüßt.
Danach bekam Dagmar wieder Hunger und da ich ihr auch nicht beim Essen zusehen kann, ohne selbst Hunger zu bekommen, bestellte ich mir auch etwas.
Wir fragten Salami nach Discos und er war sofort bereit, uns in eine zu führen. Das Ambiente dieser Disco war zwar ganz nett und sie war direkt am Strand gelegen, dafür gefiel uns die Musik weniger ( ich nehme an, es sollte Rap sein, aber so eindeutig ließ sich das nicht definieren ) und noch weniger die prolligen Typen, die da rumhingen. Wir waren inzwischen müde geworden, aber der erste Bus zurück nach Sliema fuhr erst um 5:30. Deswegen beschlossen wir, Carl noch ein wenig von seiner Arbeit abzuhalten. Wir gaben also Salami - der sehr besorgt um uns war und ein paarmal fragte, ob er uns wirklich allein lassen könnte - wieder in seinem Hotel ab und liefen dann zurück zum Santana. Als wir dort in den Sesseln beinahe einschliefen, führte Carl uns in ein Nebenzimmer, wo wir uns auf zwei Sofas ausstrecken konnten. Er hat uns dann auch pünktlich zum ersten Bus geweckt.
Wieder im Hotel, schliefen wir erstmal bis zum Mittag. Als ich aufwachte, war Dagmar verschwunden. Sie hatte Hunger, da wir das Frühstück verpaßt hatten, und war ein paar Kekse kaufen.
Dann fuhren wir wieder nach La Valletta, um uns dort mit unserer gemeinsamen Brieffreundin Joanne zu treffen. Joanne hatte uns vorher gesagt, sie hätte eine Überraschung für uns, und diese Überraschung sei sehr schwer zu tragen. Wir rätselten also vorher, was das wohl sein könnte, aber als wir ihren Bauch sahen, hatten wir die Lösung: Joanne war im achten Monat schwanger! ( Mittlerweile hat sie zwei kleine Töchter. ) Wir gingen mit ihr ein Eis essen und anschließend noch einen Schokoladenkuchen im La Fontanella Tea Garden in Mdina, einem von Dagmars Lieblingslokalen,weil man von dort eine wundervolle Aussicht hat.
Nachdem wir uns von Joanne verabschiedet hatten, wollten wir nach St. Julian's ins Kino, um "About A Boy" zu sehen, aber wir fanden das Kino nicht. Statt dessen lernten wir einen jungen Italiener kennen und gingen mit ihm in eine Kneipe.
Am nächsten Tag hatten wir uns mit Salami verabredet, um ihm noch etwas von der Insel zu zeigen. Mit der Begründung, er sei ja ganz allein da, machte er nämlich kaum Ausflüge - außer einem organisierten nach Sizilien. Wer jedoch nicht erschien, war Salami. Wir stellten Vermutungen an, wo er wohl abgeblieben war. Das Logischste schien, daß er einfach den Treffpunkt nicht fand, obwohl es ziemlich einfach war - dort, wo die Fähre nach Valletta abfährt. Aber schließlich konnten wir nicht ganz Sliema nach ihm absuchen. Die zweite Möglichkeit war, er hätte seine Traumfrau getroffen - zumal er erst kürzlich seine Begeisterung über die maltesischen Frauen kundgetan hatte - und wolte mit ihr allein sein bzw. käme gar nicht mehr aus dem Bett. Die dritte Möglichkeit war, er hatte in Sizilien Ärger mit der Mafia bekommen - vielleicht hatte er sich in die Frau eines Mafiabosses verliebt - und würde nun dort gefangengehalten. Wie dem auch sei, Salami erschien nicht, und nachdem wir eine halbe Stunde wie bestellt und nicht abgeholt herumgesessen hatten, beschlossen wir, daß wir nun keinen Bock mehr hatten, zu warten, und machten uns auf den Weg zunächst nach Valletta, um noch einige Kleinigkeiten einzukaufen und dann zu den Tempeln nach Tarxien.Leider schlossen diese jedoch bereits um die Mittagszeit. Also fuhren wir weiter nach Marsaloxx und verbrachten dort ein paar sehr schöne Stunden am Hafen. Und wieder wurde ich von Dagmars Fotosucht angesteckt und fotografierte einen Luzzu nach dem anderen.
Wir fanden auch ein Lokal, das ein sehr preiswertes Menü, bestehend aus einer Fischsuppe und einem Fischgericht, anbot, und beobachteten die Hunde, die mit ihren Besitzern dort herumliefen. Dagmar guckt immer so verzückt, wenn sie einen Hund sieht. Das ist richtig niedlich!
Abends saßen wir mit Joe und seinem Freund Dante - er hieß wirklich so! - auf der Dachterrasse und tranken Wein. Zwischendurch verschwand Joe immer mal wieder, um nach dem Rechten zu sehen, denn eigentlich war er ja im Dienst.
Am nächsten Tag sollte sich Dagmar durch Dantes Vermittlung in einer Sprachschule vorstellen, um einer jungen Frau Nachhilfe in Französisch zu geben. Nur leider handelte es sich um genau die gleiche Sprachschule, der sie vor ein paar Wochen wegen einem interessanteren Job, der sich leider wegen der fehlenden Arbeitserlaubnis zerschlagen hatte, abgesagt hatte, und der Direktor war wohl immer noch beileidigt. Das heißt also, sie bekam den Job nicht. Ich war in der Zeit an der Rocky Beach vor dem Hotel schwimmen. Als eine etwas frustrierte Dagmar zurückkam, fuhren wir zur Golden Bay, um dort mit einem anderen Charly und seinem Speedboat einen Ausflug zu machen. Bei Charly handelt es sich seiner Gewindigkeit nach zu urteilen um einen nahen Verwandten von Imke alias Mini Speedy Gonzales. Ich muß sie bei Gelegenheit mal fragen, ob irgendwann ein Zweig ihrer Familie nach Malta ausgewandert ist.
Wir fuhren dann mit ihm an Popeye Village - dort wurden die Popeye-Filme gedreht - vorbei zur Blauen Lagune, wo wir freie Zeit zum Schwimmen hatten. Das Wasser war wirklich kristallklar und man konnte mit bloßem Auge die Fische erkennen. Eine kleine Engländerin beschäftigte sich damit, Sand ins Wasser zu werfen, und erklärte uns, sie sei "very busy". Was, wollte sie den ganzen Sand abtragen, durchaus den Tatsachen entsprach.
Außerdem konnte man sich dort einen Mann mieten. ( Ein paar Männer saßen genau vor dem Preisschild der Liegestuhlvermietung, so daß es so aussah, als könnte man sie für diesen Preis mieten. ) Wir vermuteten, daß eine Holländerin, die mit uns auf dem Boot war, davon Gebrauch gemacht hatte, denn während sonst alle beim Schwimmen waren, war von ihr nichts mehr zu sehen. Dann kam Charly wieder und in rasender Geschwindigkeit, Duschen inklusive, ging es zurück zur Golden Bay.
Später aßen wir noch in einem Café in Valletta Pastizi, eine Teigwarenspezialität, und waren dann mal relativ früh im Bett.
Am nächsten Tag besichtigten wir Tempel, zunächst die in Tarxien und dann die in Hagar Qim. In Hagar Qim ließen sie mich sogar umsonst rein, nachdem ich erklärt hatte, ich wollte meine restlichen maltesischen Lira für die Rckfahrt aufheben, falls ich keinen Bus kriege und ein Taxi nehmen muß.
Danach hatten wir noch etwas Zeit zum Schwimmen. Wir fuhren nach Bugibba und besuchten dort noch einmal kurz Carl.
Am Abend wollte ich eigentlich nur einen kurzen Strandspaziergang machen und dann ins Bett. Aber wir wurden spontan zu einer Strandparty eingeladen und so wurde es doch wieder 1 Uhr.
Ganz wach war ich am nächsten Morgen nicht, als ich Richtung Flughafen aufbrach, aber immerhin wach genug, um den richtigen Bus zu nehmen und danach auch im richtigen Flugzeug zu landen.
Tja, und dann war ich wieder zu Hause und Andreas und meine Katzen, Pünktchen und Lissy, hatten mich wieder. 

 

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